Philosophisches Leben
Hier geht es um Praxis.
Gemeint ist philosophische Praxis oder praktische Philosophie, aber auch und vor allem Lebenspraxis: der Raum und die Stellung, den Philosophie im praktischen Leben einnimmt.
Als Thema bezieht sich das für uns nicht nur auf die Frage, was man nach, im oder mit dem Studium anfängt, ob und warum man Philosophie überhaupt studiert, wie man am besten an ein Stipendium oder ein Praktikum kommt und welche beruflichen Wege Philosophen eigentlich offen stehen (alle!:).
Das interessiert uns alles auch, und Beiträge, Denkanstöße, Kritik und Informationen dazu nehmen wir unter pan.redaktion@googlemail.com mit großer Freude entgegen.
Aber darüber hinaus interessiert uns (und euch?) auch die Frage, wie Philosophen eigentlich leben? Es gibt da den Verdacht, daß eine philosophische Beschäftigung, mehr noch der Beruf des/r PhilosophIn die Lebenssituation entscheidend verändert. Einerseits ist es einfach ein Job, schreiben, denken, reden, versuchen, etwas zu verstehen oder herauszufinden. Andererseits wird es zu einem Blick auf die Dinge und auf sich selbst, der alles verändert.
Andere meinen, das grenze schon an romantische Verklärung. Philosophie ist eine Technik des Denkens, nicht mehr und nicht weniger. Die größte Veränderung, die anhaltende philosophische Beschäftigung auslöst, ist der Verlust von Smalltalk und die Tendenz zu langen Sätzen sowie zu nervösen Zuckungen bei Themen wie Determinismus und Genetik. Außerdem kann zunehmendes Mißtrauen gegenüber gesellschaftlichen Institutionen, Schulen, Politik, Religion und empirischer Forschung auftreten, gelegentlich auch manisch-depressive Zustände mit euphorischen Hochphasen nach der Lektüre bestimmter Philosophen (ich fand immer, daß die Lektüre des Tractatus rauschähnliche Zustände auslösen kann, Anmerkung d.Red.).
Dann gibt es die Fraktion, die Philosophie für eine vollständig müßige, leer um sich kreisende, vom praktischen Leben losgelöste Angelegenheit halten; für reine Begrifflichkeit ohne jede Anwendung, eine Art Überproduktion der (eurozentrischen?) Zivilisation, eine Form der intellektuellen Masturbation. Dieser Meinung sind insgeheim gar nicht wenige Leute, und auch nicht nur Menschen, denen die Philosophie im Grunde fremd ist.
Auf dieser Seite sollen einige Themen diskutiert werden, die das philosophische Leben oder das Leben der Philosophen betreffen. Wie sich das für Philosophen gehört, eröffnen wir die AGORA, den Marktplatz in alter Tradition, wo wir unsere und eure Beiträge (an die oben genannte Redaktionsadresse) dazu hochladen, in der Reihenfolge ihrer Erscheinung. Außerdem gibt es PHILOSOPHISCHE PROJEKTE, die wir sammeln und (egal ob inner- oder außerakademisch) vorstellen möchten. Weitere, konkretere Themenansätze finden sich unter WEGE DER PHILOSOPHIE: Wie entwickeln PhilosophInnen sich weiter? Welche Wege schlagen sie im Leben ein, und welche "Denkwege" (Heidegger) hängen damit zusammen?
Viel Spaß damit wünscht P.A.N.
